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Erst der Scope, dann das Werkzeug: wie ich Projekte einrahme
#1
Ich bekomme oft Anfragen, die mit dem gewünschten Werkzeug starten. "Wir brauchen ein CCMS." "Wir wollen einen KI-Chatbot für die Anleitung." Manchmal stimmt das. Oft ist das der zweite Schritt.

Mein Vorgehen im Erstgespräch: Ich frage nach dem Engpass. Wo staut sich Arbeit? Wer wartet auf wen? Welches Dokument verzögert die Auslieferung? Erst wenn ich das verstehe, reden wir über Werkzeuge.

Daraus wird dann ein Scope, der drei Dinge sauber trennt:
  • Was lösen wir konkret in den nächsten 8–12 Wochen?
  • Was ist explizit nicht im Scope (genauso wichtig wie Punkt 1)?
  • Welche Voraussetzungen müssen Sie intern liefern, damit ich liefern kann?

Dieser dritte Punkt wird gern unterschätzt. Ich kann den schönsten Migrationsplan schreiben — wenn Ihre Redaktion keinen Mitarbeitenden für 2 Tage pro Woche freistellt, passiert nichts. Das ist kein Vorwurf, das ist Realität in mittelständischen Strukturen. Aber wir müssen es vorher aussprechen.

Wie fangen Sie Projekte an? Tool-getrieben oder problem-getrieben?
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#2
Ergänzung aus Forum-Sicht: Die Frage nach dem "nicht im Scope" ist die, die am meisten Streit vermeidet. Wir notieren das bei jedem Projekt schriftlich, bevor der erste Workshop läuft. Hat schon mehrere Diskussionen im fünften Monat erspart.
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