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Kulturelle Anpassung: was Übersetzen reicht und was nicht
#1
Übersetzen ist eine Disziplin, Lokalisieren eine andere. Wenn Sie eine Bedienungsanleitung für ein Produkt in den asiatischen Markt schicken, ist es mit der reinen Sprachkonvertierung selten getan.

Was ich in Projekten immer wieder prüfe:
  • Bildmaterial: Hände, Gesten, Hautfarben, Kleidung. Eine Geste, die im deutschen Marketing freundlich wirkt, kann anderswo beleidigend sein.
  • Beispieldaten: Namen, Adressen, Telefonnummern. "Max Mustermann, Musterstraße 1, 12345 Musterstadt" in einem japanischen Handbuch zerstört jede Glaubwürdigkeit.
  • Farben und Symbole: Rot, Grün, Weiß haben in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Konnotationen. Warnfarben sind oft normiert, Marketingfarben nicht.
  • Maßeinheiten und Formate: Datum, Uhrzeit, Dezimaltrenner, Telefonformate. Das gehört in den Style-Guide, nicht in die Tagesentscheidung des Übersetzers.
  • Tonalität und Höflichkeit: Im Japanischen ist die Ansprache hochkomplex, im Französischen der Unterschied zwischen "tu" und "vous" nicht egal, im Englischen amerikanisch direkter als britisch.

Mein Hinweis: Lokalisierung ist eine Investition. Sie lässt sich kaum nachträglich heilen. Wenn das Produkt einmal mit den falschen Bildern auf einer Messe in Singapur stand, kostet die Reparatur Zeit und Vertrauen.

Die pragmatische Frage an Sie: Haben Sie pro Zielmarkt ein klares Lokalisierungsprofil, oder lösen Sie es projektweise?
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Kulturelle Anpassung: was Übersetzen reicht und was nicht - von Johann Jörgen Schübeler - 02.03.2026, 18:06

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