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Vom Experten zum Berater — was sich im Kopf ändern muss
#1
Der größte Sprung ist im Kopf. Steuernummer und Website sind Nebenkriegsschauplätze.

Als Experte werden Sie dafür bezahlt, Aufgaben zu erledigen. Sie liefern Dokumente, Strukturen, Prozesse. Als Berater werden Sie dafür bezahlt, dass jemand eine bessere Entscheidung trifft. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Was das in der Praxis heißt:
  • Sie müssen aushalten, dass der Kunde Ihrem Rat nicht folgt. Das ist sein gutes Recht.
  • Sie müssen lernen, unangenehme Dinge anzusprechen. Wer immer nur freundlich nickt, wird austauschbar.
  • Sie müssen aufhören, alles selbst zu machen. Ihr Job ist Befähigung der Mitarbeitenden, nicht deren Stellvertretung.

Ich erinnere mich gut an meine ersten Projekte. Ich habe stundenlang an Folien gefeilt, weil ich beweisen wollte, dass ich „liefere". Was die Kunden aber wirklich wollten, war eine klare Antwort auf eine offene Frage. Die hätte auf einer halben Seite Platz gehabt.

Wer mit dem Gedanken spielt, in die Beratung zu gehen: Üben Sie das schon im Hauptjob. Geben Sie Empfehlungen ab, mit denen sich jemand entscheiden muss. Dann wissen Sie, ob Sie das wollen.
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#2
Ergänzung, weil mich das oft gefragt wird: Damit meine ich nicht, dass Sie hart oder unfreundlich auftreten sollen. Ich rede von klar. Klar ist eine Form von Respekt — Sie nehmen den Kunden ernst genug, um ihm die wirklichen Konsequenzen einer Entscheidung zu nennen. Geschwurbel hilft niemandem weiter.
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#3
Kleiner Hinweis von der Forenseite: Wenn Sie zu diesem Thema eigene Erfahrungen teilen möchten, eröffnen Sie gern einen eigenen Thread oder antworten Sie direkt. Die spannendsten Beiträge entstehen meistens im Austausch.
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