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Vom Angestellten zum Selbständigen: drei Sachen, die mich am meisten überrascht haben
#1
Wenn Sie überlegen, in die Beratung zu wechseln, hier drei Dinge, mit denen ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe.

Erstens, die Zeit für Akquise. Als Angestellter habe ich Arbeit bekommen. Als Selbständiger muss ich Arbeit holen. Plus Angebot schreiben, plus nachfassen, plus Vertrag, plus Rechnung. Das ist ein zweiter Job neben dem eigentlichen Beratungsjob, und niemand bezahlt Sie dafür. Rechnen Sie damit, dass etwa 30 bis 40 % Ihrer Arbeitszeit nicht abrechenbar sind, gerade am Anfang.

Zweitens, die Steuer. Erst Einkommensteuer, dann irgendwann Vorauszahlungen, dann Nachzahlungen für das alte Jahr plus erhöhte Vorauszahlungen für das neue Jahr im selben Bescheid. Das hat schon viele Solo-Berater eiskalt erwischt. Legen Sie vom ersten Euro an großzügig zurück. Ein Steuerberater von Anfang an ist Versicherung. Dies ist meine persönliche Erfahrung und ersetzt keine Steuerberatung.

Drittens, die Einsamkeit. Kein Flurfunk, kein gemeinsamer Kaffee, keine Kollegen, mit denen Sie sich kurz Luft machen können. Das unterschätzt jeder. Suchen Sie sich früh ein Netzwerk, mindestens zwei, drei Leute, mit denen Sie offen sprechen können.

Was mir der Wechsel gegeben hat, will ich nicht missen. Aber blauäugig sollte man da nicht reinlaufen.

An die Selbständigen hier: was war Ihre eigene größte Überraschung im ersten Jahr?
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#2
Eine Ergänzung, weil ich es häufig gefragt werde: Krankenversicherung vorher klären, nicht während. Wer aus der GKV freiwillig raus will in die PKV, sollte mit einem unabhängigen Berater sprechen, nicht mit dem ersten Vertreter, der anruft. Und wer in der GKV bleibt, sollte den Beitragsbescheid lesen können. Klingt banal, hat aber mehr als einen Kollegen kalt erwischt. Das hier ist meine persönliche Erfahrung und ersetzt keine Versicherungsberatung.
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