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Wann Sie aufhören sollten zu klassifizieren
#1
Es gibt einen Punkt, an dem mehr Struktur weniger Nutzen bringt. Ich sehe das oft in Redaktionen, die ein CCMS einführen: Erst werden 12 Metadatenfelder definiert, dann 18, am Ende sind es 30. Jedes davon einzeln begründbar, in Summe unbedienbar.

Mein Daumenwert aus der Praxis: Wenn ein Redakteur länger als 30 Sekunden braucht, um ein Dokument korrekt zu klassifizieren, ist die Taxonomie zu komplex. Wenn die Suchergebnisse trotz aller Felder nicht besser werden als mit einer simplen Volltextsuche, ist die Taxonomie zu komplex. Wenn 80 % der Filteroptionen in der Suchmaske nie geklickt werden, ist die Taxonomie zu komplex.

Die Frage, die ich mir bei jedem Metadatenfeld stelle: Welche konkrete Suchanfrage oder welcher Filter wird damit beantwortet? Wenn ich keine Antwort finde, fliegt das Feld raus. Lieber fünf Felder, die jeder ausfüllt, als 20, die zur Hälfte leer bleiben und damit jede Auswertung verfälschen.

Welche Felder pflegen Sie in der Praxis wirklich konsequent — und welche stehen auf dem Papier, werden aber leer gelassen?
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#2
Nachtrag, weil mich das immer wieder ärgert: Pflichtfelder ohne kontrollierte Werteliste sind die schlimmste Variante. Sie zwingen den Nutzer zur Eingabe, lassen aber jeden Tippfehler durch. Nach einem Jahr haben Sie drei Schreibweisen des gleichen Kunden und können nicht mehr sauber filtern. Pflichtfeld nur mit Dropdown oder verifizierter Liste. Alles andere ist eine Falle.
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