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Translation Memory: Warum die Trefferquote oft schlechter ist, als sie sein müsste
#1
Das Translation Memory ist eines der stärksten Werkzeuge in der Lokalisierung, wenn man es ernst nimmt. Und es ist eines der am häufigsten kaputtgepflegten Werkzeuge, die ich in Unternehmen sehe.

Die typischen Anzeichen: Die Trefferquote liegt deutlich unter dem, was technisch möglich wäre. Sätze, die in der Quelle fast identisch sind, bekommen im TM keinen Match, weil ein Komma anders steht oder ein Bindestrich fehlt. Der Übersetzer schreibt halb neu, obwohl alles schonmal übersetzt wurde.

Meistens liegt das an der Quellqualität, weniger am Tool. Wenn ein Redakteur denselben Sachverhalt in drei verschiedenen Formulierungen schreibt, sieht das TM drei verschiedene Sätze. Auch wenn Sie als Mensch sofort merken, dass es eigentlich derselbe ist.

Was hilft konkret:
  • Schreiben Sie nach festen Sätzen, wo es geht. Standardisierte Sicherheitshinweise, standardisierte Schrittformulierungen, standardisierte Einleitungen. Literarischer Ehrgeiz ist hier fehl am Platz.
  • Lassen Sie das TM regelmäßig auswerten. Trefferquote pro Projekt, Wiederholungsrate, neue Segmente. Diese Zahlen liefert Ihnen jeder ernsthafte Dienstleister, wenn Sie ihn fragen.
  • Pflegen Sie das TM aktiv. Veraltete oder falsche Einträge löschen, auch wenn sie ja mal gestimmt haben.

Das TM ist kein Selbstläufer. Gepflegt ist es eine der wirtschaftlichsten Investitionen, die Sie in der Doku überhaupt machen können.

Wie sieht Ihre Trefferquote aus, wenn Sie sie ehrlich angeschaut haben?
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Translation Memory: Warum die Trefferquote oft schlechter ist, als sie sein müsste - von Johann Jörgen Schübeler - 30.01.2026, 10:34

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