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Wo sitzt der Engpass wirklich? Drei Fragen, die ich jedem Team stelle - Druckversion

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Wo sitzt der Engpass wirklich? Drei Fragen, die ich jedem Team stelle - Johann Jörgen Schübeler - 06.05.2026

Wenn in einem Bereich nichts vorangeht, höre ich meistens: „Wir brauchen mehr Leute." In den allermeisten Fällen stimmt das so nicht. Der Engpass sitzt woanders, und mehr Personal verschiebt den Stau nur an die nächste Stelle.

Ich starte deshalb mit drei Fragen, bevor ich über Automatisierung oder Tools rede:
  • Wo bleiben Aufgaben tatsächlich liegen, gemessen in Tagen, nicht in Gefühlen?
  • Welche Tätigkeit macht der Mitarbeitende, die eine Maschine besser könnte? Und welche macht die Maschine, die ein Mensch besser könnte?
  • Welche Information braucht der nächste Schritt im Prozess, und liegt sie dort vor, wenn sie gebraucht wird?

Danach wird vieles ruhiger. Oft stellt sich heraus, dass die Reihenfolge das Problem ist oder die fehlende Vorbereitung des nächsten Schritts. Ein Beispiel aus meiner Praxis: drei Wochen Rückstand in der Auftragsabwicklung, intern als „Personalproblem" beschrieben. Nach drei Tagen Beobachtung war klar, dass ein erheblicher Anteil der Aufträge unvollständig in die Abwicklung kam und dort mehrfach angefasst wurde, bis sie laufen konnten. Erst die Eingangsprüfung sauber, dann reden wir über mehr Köpfe.

An die Mitlesenden: Wo ist bei Ihnen der erste Verdacht für den Engpass — Eingangsdaten, Tool, Übergabe zwischen Abteilungen oder die Priorisierung?


RE: Wo sitzt der Engpass wirklich? Drei Fragen, die ich jedem Team stelle - Johann Jörgen Schübeler - 09.05.2026

Nachtrag, weil es immer wieder kommt: „Wir messen das nicht" ist kein Hindernis. Sie brauchen keine teure Software. Ein Klemmbrett am Schreibtisch, eine Strichliste pro Aufgabentyp, zwei Wochen lang. Das reicht für die erste Diagnose. Wer länger zählt, wird betriebsblind. Wer kürzer zählt, hat Zufallstreffer.