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Fehlerkultur und Wissensmanagement — dasselbe Thema in zwei Anzügen - Druckversion

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Fehlerkultur und Wissensmanagement — dasselbe Thema in zwei Anzügen - Johann Jörgen Schübeler - 22.04.2026

Wer Wissensmanagement ernst meint, muss Fehlerkultur ernst meinen. Beides hängt zusammen, und ich erlebe immer wieder, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert.

Der Grund ist einfach: Die wertvollsten Inhalte einer Wissensbasis sind die Korrekturen, weniger die Erfolgsstorys. "Wir haben es so versucht, das ging schief, das ist der Grund, so machen wir es jetzt." Genau diese Einträge entstehen nur, wenn Mitarbeitende Fehler offenlegen können, ohne dafür Konsequenzen zu befürchten. In einer Kultur, in der jeder Fehler in der Personalakte landet, schreibt niemand sowas auf. Dann werden Fehler im Gedächtnis einzelner Personen archiviert - und wiederholen sich, sobald diese Personen gehen.

Damit ich nicht missverstanden werde: Fehler sollen Folgen haben. Die Auseinandersetzung mit dem Fehler muss aber getrennt sein von der Bewertung der Person. Wer das nicht trennt, bekommt eine Hochglanz-Wissensbasis ohne den Teil, der tatsächlich klug macht.

Mein praktischer Vorschlag: Führen Sie ein Format ein, in dem genau eine Sorte von Einträgen erlaubt ist - "was wir gelernt haben, weil etwas nicht funktioniert hat". Anonymisiert, mit klarer Konsequenz. Wenn dieses Format nach 6 Monaten leer ist, wissen Sie, wie es um Ihre Fehlerkultur steht.