Forum von Schübeler Consulting

Normale Version: Zielgruppe ehrlich definieren, oder Sie schreiben für sich selbst
Sie sehen gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
In jedem zweiten Projekt frage ich am Anfang: Für wen schreiben Sie das eigentlich? Antwort: "Für den Endanwender." Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass damit alles gemeint ist, vom Servicetechniker bis zur Einkäuferin.

Wenn die Zielgruppe nicht greifbar ist, schreibt der Autor unbewusst für den Menschen, den er am besten kennt: sich selbst. Das Ergebnis sind Texte, die der Entwickler super findet und die Werkstatt nicht versteht.

Mein pragmatischer Weg, ohne große Persona-Workshops:
  • Drei reale Personen benennen, die das Dokument nutzen werden. Mit Funktion, Vorwissen, Sprache, Gerät.
  • Für jede dieser Personen einen Satz festhalten, was bei ihr nicht vorausgesetzt werden darf.
  • Den fertigen Text gegen genau diese drei Profile prüfen, nicht gegen "den Anwender".

Das dauert eine halbe Stunde und verändert die Texte mehr als jedes Stilhandbuch.

Was mir noch hilft: ein verbotener Wortschatz. Begriffe, die in der Entwicklungsabteilung normal sind, im Anwenderdokument aber nichts verloren haben. Den pflege ich pro Kunde in einer kleinen Liste, nicht in einem großen Terminologie-System. Klein anfangen, sonst fangen Sie nie an.

Haben Sie tatsächlich definierte Zielgruppen pro Dokument, oder steht da auch "Endanwender"?